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Klimawandelanpassung trifft kulturelles und christliches Erbe

Klimawandelanpassung trifft kulturelles und christliches Erbe

Klimawandelanpassung trifft kulturelles und christliches Erbe
Über 350 Flur- und Kleindenkmäler der Eisenwurzen erstmals vollständig dokumentiert

Im Zuge des 30-Jahr-Jubiläums des Natur- und Geoparks Steirische Eisenwurzen fand am 12. März in Altenmarkt bei St. Gallen eine besondere Veranstaltung statt, die Humor, Regionalgeschichte und Klimawandelanpassung miteinander verband. Unter dem Motto „Klimawandelanpassung trifft kulturelles Erbe“ wurde aufgezeigt, wie eng unsere Kulturgeschichte mit den klimatischen Bedingungen und Naturereignissen der Region verwoben ist. Viele Marterl, Wegkreuze und Bildstöcke erinnern an Schicksalsschläge, die nicht selten auf Naturkatastrophen wie Hochwasser, Lawinen oder Unwetter zurückgehen. Diese stillen Zeugen der Vergangenheit erzählen von Herausforderungen, Glauben und Resilienz – und geben zugleich Hinweise darauf, wie frühere Generationen mit klimatischen Extremen umgingen.

Die ältere Generation im Mittelpunkt
Im Rahmen der Jubiläumsveranstaltung wurde humoristisch „der Klimawandel betrachtet“. Gleichzeitig nutzte man die Bühne, um Menschen sichtbar zu machen, die noch aus eigener Erfahrung berichten können, „wie es früher war“. In einem eigenen Projekt wurden regionale „Role Models“ der älteren Generation porträtiert. Die entstandenen Kalender und Schilder mit ihren Lebensweisheiten sind in St. Gallen und Altenmarkt zu sehen.

Ein Meilenstein eines anderen Projekts: 350 christliche Kleindenkmäler erfasst.
Seit 2023 arbeitet eine engagierte Gruppe im Seelsorgeraum Eisenwurzen daran, das kulturelle und christliche Erbe der Region systematisch zu erfassen: Marterl, Bildstöcke und Kapellen – und die Geschichten, Legenden und Erinnerungen, die sich mit ihnen verbinden. Gemeinsam mit dem Natur- und Geopark Steirische Eisenwurzen ist nun eine Sammlung von über 350 christlichen Klein- und Flurdenkmälern entstanden – sowohl in digitaler Form als auch als gedrucktes Werk. Diese umfangreiche Dokumentation wurde im Rahmen der Veranstaltung offiziell an die Mitglieder des Seelsorgeraums überreicht.

Dank an die engagierten Mitwirkenden des Seelsorgeraums Eisenwurzen
„Unser Dank gilt allen Mitgliedern und engagierten Personen, die unermüdlich: Marterl, Bildstöcke und Kapellen erfasst, Beschreibungen und Geschichten zusammengetragen und an unzähligen Besprechungen teilgenommen haben. Dieses große Projekt verlangte Ausdauer, Kompromisse und viel Engagement von uns allen. Es schenkte uns aber auch Momente des Innehaltens und der Besinnung auf unseren Glauben“, führten Loretta Kain, Seelsorgeraum Eisenwurzen, und Martin Gebeshuber, Projektkoordinator, Natur- und Geopark Steirische Eisenwurzen aus.

Klimawandel mit Humor – Kabarett als Denkanstoß

Begleitet mit dem Kabarett „Heiße Liebe“ vom Kabarettisten Seppi Neubauer, der in einer einstündigen Vorstellung das Thema Klimawandelanpassung auf humorvolle Weise näherbrachte. Er regte zum Nachdenken an und zeigte, dass es manchmal hilfreich ist, ernste Themen mit Leichtigkeit zu betrachten. Diese Veranstaltung wurde über den Klima- und Energiefonds im Rahmen des KLAR! Programms finanziert.

Dabei lohnt auch einen Blick zurückzuwerfen: Wie war es früher? Was können wir von unseren Großmüttern und Großvätern lernen? Denn nicht nur das kulturelle Erbe, sondern auch das Erfahrungswissen älterer Generationen ist wertvoll für unsere Zukunft.

Wer sich für das Flurdenkmalbuch interessiert oder Informationen zu einem im Buch oder der Webseite fehlenden Flurdenkmal hat, kann sich melden bei: Loretta Kain, Wildalpen; Martin Gebeshuber, Naturparkbüro, Gams Elisabeth Riegelthaler, Naturparkbüro St. Gallen

Die digitale Sammlung ist unter flurdenkmal.eisenwurzen.com einsehbar.